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Brief aus dem Garten

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde!

 

…und plötzlich stehen die Apfeldornbäume kurz vor der Blüte. Genau wenn dies eintritt,  wollte ich mich ja mit der nächsten Ausgabe des Gartenbriefes bei Ihnen zurückmelden.
Es ist zwar noch nicht ganz so weit, aber bis ich den letzten „hunderter Stapel Emails“ losschicke vergehen meist 14 Tage. Die „Abonnentenzahl“ liegt weit über 3000 und meine email Postfächer lassen es nur zu, eine gewisse Anzahl zu versenden. So passt es doch recht gut. Vom Knospenmausohrstadium bis zur Vollblüte sind es zwei Wochen. Solange sende ich täglich aus meinem homeoffice.

 

Seltsam, dieses Jahr haften noch unzählige Früchte aus dem vergangenen Jahr an den Zweigen. Entweder lösten sich sonst mit dem ersten Frühlingssturm die kleinen Äpfelchen vom wirren Geäst und ploppten auf den Boden. Oder es kamen wie selbstverständlich zur rechten Zeit gefiederte Feinschmecker zum Apfeldornfrüchtebuffet. Wenn der Frost die Früchte etwas mürbe gemacht hatte und der Zuckergehalt sicherlich auf seinem absoluten Höhepunkt war. Dann erschien ein frecher Vorkoster und trällerte: „Das Buffet ist eröffnet!“
Hat es jetzt an Stürmen gemangelt oder Frösten? Möglicherweise lockten alternative Buffets!

Gibt es unter den Piepmätzen eigentlich auch welche, die eher die unreife, leicht säuerliche Frucht lieben und geduldige Spezialisten, die ganz lange warten, bis sich vielleicht in der Frucht etwas Alkohol durch Gärungsprozesse gebildet hat?

Das wird Teil meiner nächsten Beobachtungen am Crataegus lavallei, dem lederblättrigen Weißdorn.

Mehr Aufmerksamkeit erhalten jedoch meist die Neuankömmlinge im Garten. Wie machen sie sich? Integrieren sie sich oder werden sie auffällig und wollen andere verdrängen? Halten sie die vollmundigen Versprechen der bunten, prallen Etiketten überhaupt ein?  Mögen sie unseren Boden, das Moorklima? Oder sind sie evtl. schüchtern, brauchen besondere Zuneigung oder spezielle Partnerschaften? Wie lange werden sie uns begleiten?

 

Nicht neu hinzugezogen, aber besonders beobachtet wird von mir mit Argusaugen Jahrein Jahraus der Taschentuchbaum. Auf Nichts warte ich sehnsüchtiger, als auf die Blüte dieses Baumes. In der Beschreibung  steht: „Mit einer Blüte ist ab dem 10. Jahr zu rechnen.“ Und das bedeutet? Im 10. Jahr nach der Aussaat? Oder im 10. Jahr nach einer Stecklingsvermehrung oder ab dem 10. Jahr in ihrem Garten? Nun hatte der Riese Argus aus der griechischen Mythologie 100 Augen in seinem Körper, das verschafft ihm selbstverständlich einige Vorteile mir gegenüber. Der wissenschaftliche Name lautet: Davidia involucrata.  Taschentuchbaum oder Taubenbaum weil die Blüten von großen rahmweißen, nach unten hängenden Hüllblättern umgeben sind (involucratus lat.  für: eingehüllt). Aus der Ferne betrachtet sieht es aus wie flatternde Taschentücher auf einer Leine oder ein Schwarm weißer Tauben im Geäst. Die Chinesen nennen den Baum den Wiedersehen-Baum. Das gefällt mir persönlich sehrsehr gut.

 Neu aufgenommen in den Garten ist u. A. ein Birnbaum. Aus der einstigen Spielwiese mit Piratenhaus, Fußballfeld, Schaukel und Trampolin ist nun eine stattliche, vielfältige, bunte Streuobstwiese geworden. Der Plan, die große Rotbuchenhecke durch mehrere Spalierobstbäume zu ersetzen, der wurde verschoben. Irgendwas einziggartiges Unvorhersehbares kam dazwischen. Diese Birnensorte ist eine kleine Besonderheit: Bereits 1849 wurde sie in Frankreich entdeckt. Bereits seit 1865 ist sie in Deutschland bekannt. Es ist eine Herbstbirne und wurde 1905 beschrieben als beste Birne der Welt! Geschmacklich süßsäuerlich, delikat gewürzt, fein und schmelzend, butterartig, saftreich, hocharomatisch….
„Die Königin der Birnen.“  Die `Vereinsdechantbirne´.
Wie laaaange dauert es bis ein Birnbaum trägt??

 

Jedoch einen schmerzlichen Verlust gibt es zu mindestens beklagen. Einer, der in die 100 Argusaugen sticht. Das einmal ein Krokus nicht so recht in die Puschen kommt. Auch sehr schade.
Doch dann gleich diese große, gartenprägende Felsenbirne und ohne Vorzeichen, ohne ein „bitte hilf mir!“.
Nichts hat im vergangenen Herbst darauf hingedeutet. Kein verfrühter Blattfall, nichts der Gleichen. Still von uns gegangen ist sie. Aufgegeben.
Vielleicht macht man es sich zu einfach,  dafür immer die Wühlmaus an den Pranger zu stellen und Donald Trump und der Klimawandel sind auch nicht an allem schuld.
Warum sterben Pflanzen, wie alt werden Pflanzen?
Nun Eichen können gute 1300 Jahre alt werden, Linden 1500 Jahre, Borstenkiefern  5000 Jahre und im Nationalpark Fulufjället steht eine über 9000 Jahre alte Fichte.

Felsenbirnen können auch alt werden, uralt. Aber diese? Ihre Lebenszeit war einfach vorbei. Akzeptiert. An einem Nährstoffmangel oder schlechtem Boden hat es nicht gelegen.
Hier, davon können ausgehen, stirbt keine Pflanze den Hungertod.

Meine Idee ist es bereits seit Längerem in den Gartenbriefen über die  Mythen und Gartenirrtümer  zu schreiben und diese zu entkräften.


Mythos 1.
Neue Pflanzen müssen festgetreten werden!
Neue Pflanzen sollten in ein entsprechend großes Pflanzloch,  unter der Zugabe von etwas reifen Kompost oder Pflanzerde eingesetzt werden. Oscorna BodenAktivator + Oscorna Animalin optimieren jeden Boden. Die Verwurzelung gelingt der Pflanze dadurch deutlichst leichter und macht das Anwachsen sicher. Daher streuen Sie bitte mindestens 250 g Oscorna BodenAktivator plus 100 g Oscorna Dünger (Animalin oder Spezialdünger) pro Quadratmeter nach der Pflanzung aus und arbeiten Sie es oberflächlich ein.
Zu vermeiden sind größere Hohlräume im Boden! Ein festtreten zerstört aber die wichtige sauerstoffreiche Struktur eines Bodens und Ihre Pflanzenwurzeln ersticken. Daher bitte die Erde nur leicht andrücken!

 

Mythos 2.
Neue Pflanzen werden eingeschlämmt!
Neue Pflanzen, also Babys aus denen sich stattliche Exemplare entwickeln sollen, schlämmen Sie bitte nicht mit Unmengen Wasser ein. Wieder geht dadurch der wichtige Sauerstoff im Boden verloren bzw. wird verdrängt  und die Wurzelspitzen faulen. Ein kräftigeres angießen zu Beginn darf es schon sein.
Ich stelle es mir schon so vor, dass Sie Ihre Babys vielleicht zu Beginn täglich besuchen und Wasser in einer hübschen Gießkanne mit sich führen, wirklich nur für den Bedarf. Gießen ist wahrlich eine Kunst. Nach kurzer Zeit, sollten sich die Pflanzen möglichst tief und stark verwurzelt haben, so dass sie über eine Trockenperiode auch ohne Schaden hinwegkommen. Eine Spaten- oder wenigstens Fingerprobe sagt Ihnen Einiges über den Wassergehalt Ihres Bodens. Eine zügige Verwurzelung wird gefördert durch eine hohe Anzahl Regenwürmer. Ihre Röhren (bis zu 4 m tief) nutzen die Pflanzenwurzeln äußerst gerne. Warum? Sie müssen sich nicht anstrengen und sie sind voller Sauerstoff und Nährstoffe.
Oscorna Dünger ist Regenwurmfutter.

 

Mythos 3.
Kalk hilft gegen Moos!
Nun, es gibt eine Vielzahl von Kalken und somit unterschiedliche Qualitäten, Wirkungsweisen und somit Nutzen. Kalk ist ein Bodenhilfsmittel, um den Säurewert/pH Wert des Bodens zu regulieren. Der pH Wert steigt je nach Produkt und Aufwandmenge an.
Was ist der Nutzen? Der überwiegende Teil der Gartenpflanzen liebt einen Wert im schwachsauren Bereich. In diesem pH Wert Bereich zwischen 5,8 und 6,8 sind die Nährstoffe, die ein Boden natürlicherweise enthält (im Humus, im Ton…) für die Pflanze bestens verfügbar. Also sorgt man durch kalken dafür, dass die Pflanzen besser wachsen durch eine gute Verfügbarkeit der bodeneigenen Nährstoffe bzw. der Nährstoffe die Sie über ein Düngerprodukt hinzufügen. Kalken Sie allerdings immer wieder pauschal und großzügig ohne eine Nährstoffzufuhr, mergeln (Kalkmergel) Sie Ihren Boden aus. Denn irgendwann ist der Teller nun mal leer. Die Folge: kein gesundes Wachstum der Kulturpflanzen (z.B. des Rasens) mehr, sondern eine Ausbreitung von Pflanzen die weitaus weniger Ansprüche an die Bodenqualität und eine optimale Nährstoffversorgung haben. Das wären dann Flechten, Algen, Moose, Wildkräuter und sonstige Pionierpflanzen. Sicherlich werden Ihre Kulturpflanzen auch krankheitsanfälliger und schneller heimgesucht von Schädlingen.

Nicht nur den pH Wert verändert der Kalk, auch das Bodenleben profitiert von einem pH Wert zwischen 5,8 – 6,8. Es fühlt sich saumäßigpudelwohl und bearbeitet, lockert leidenschaftlich Ihren Gartenboden. Schafft sauerstoffreiche Hohlräume, lässt Pflanzen tief und schnell verwurzeln. Wie die Milliarden Bakterien in Ihrer Darmflora und diese mögen ein Milieu im pH Wertbereich von exakt 7,35-7,45!

In beiden Welten leben die Kleinstlebewesen bzw. Bakterien von der Zufuhr hochwertigster und vielfältigster organischer Masse. Eine ausgewogene natürliche Ernährung beim Menschen bzw. eine entsprechende organische natürliche Düngung.
Diese Geschichte erklärt auch ein wenig das Sprichwort aus der Landwirtschaft:

Kalk, reiche Väter arme Söhne!

Setzen sich Moose, Algen, Unkräuter immer mehr durch, dann sind die Ursachen dafür mannigfaltig und allein durch kalken könnten Sie dies tatsächlich noch zusätzlich beschleunigen.

 

So, dies soll zunächst einmal genügen. Fortsetzung folgt.

Ich glaube, dass wir uns alle gerade ein wenig erden. Wir begreifen wie wichtig uns z.B. ein grünes, gepflegtes Umfeld ist. Die Wertschätzung für die einfachen Dinge steigt.

 

Keine Scham wenn das Urlaubsziel 2020 Balkonien, Terrassien oder Badmeingarten lautet. Der Balkon war früher ausschließlich  den Reichen und Mächtigen vorenthalten. Ein Privileg vergangener Zeiten und fast ausschließlich an Palästen und Schlössern zu finden. Noch heute zeigt man sich in der Szene zu den wichtigen Anlässen gerne vom Balkon seines Zauberschlösschens. Und unten steht das Volk, wild gestikulierend mit einem Sympathiefähnchen.
Sehen und gesehen werden. Grüßen und ein Schwätzchen, von oben herab. Die Balkone bekommen wieder Ihre Bedeutung zurück, auch wenn die Industrie uns suggeriert, es sei von Vorteil die letzten Meter freien Blickes auf die vorbeiziehenden Wolken und "Untertanen" durch DesignerSichtschutzwände unbedingt verbauen zu müssen. Ein großblättriger Feigenbaum vom Lieblingsgärtner könnte z.B. als Sichtschutz dienen, wirft aber möglicherweise auch Fragen auf.


Schon weit vor Corona haben vor allem viele junge Balkonbesitzer diese manchmal nur wenige Quadratmeter Hausvorsprung wieder entdeckt. Waren es früher vielfach nur nutzlose Flächen zur Lagerung von Kräuterlimonade, Sperrmüll und Kindertretrollern, verwandeln sich viele jetzt in Oasen. Mit Palettenlounges, Kugelgrill und Kräuterregalen.

Herrlich.

Jeder Quadratmeter grün tut gut.

 

Grüßen Sie bitte unbedingt Ihren Lieblingsgärtner von mir bei Ihrem nächsten Einkauf.

Machen sie es sich zu Hause richtig schön und muggelig.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling. Bleiben Sie achtsam, neugierig und geduldig.

 

 

Liebe Grüße in Norddeutschlands Beete, Kübel, Blumentöpfe, Aussatschalen. Auf die Balkone, Terrassen - in die Gärten.

 

Ihr

Gerhard Preuss

Oscorna Naturdünger

Folgen Sie mir gerne auch auf instagram unter @moremoorflowers

 

Der Brief aus dem Garten ist eine private Initiative

von
Gerhard Preuß

Buxtehuder Straße 49

21629 Neu Wulmstorf

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